Die Stadt gehört uns allen! DEMO am 3. Mai

Am 3. Mai findet die erste Freiraum-Demo in Augsburg  statt: http://freiraumaugsburg.wordpress.com/. Die Critical Mass ist dabei.

Als kreative Protestform stellen wir die Ausrichtung der Städte auf den Autoverkehr in Frage. Die vielen Parkplätze und Parkhäuser, die breiten Straßen und Kreuzungen nehmen den Menschen wertvollen Lebensraum weg.

Dem gegenüber steht das Fahrrad als flexibles, umweltfreundliches und überlegenes urbanes Fortbewegungsmittel. Wir schaffen ein öffentliches Bewusstsein, dass Radfahrer*innen keine Verkehrsteilnehmer*innen zweiter Klasse sind und auch nicht an den Straßenrand gedrängt gehören!

Wir setzen uns dafür ein, dass Fahrradfahrer*innen in der Stadt sichtbarer werden. Durch eine steigende Anzahl (Masse) und die damit verbundene höhere öffentliche Wahrnehmung. Unser Leitgedanke ist: Wir behindern den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr”.

Die Augsburger Critical Mass wird mit zweierlei Maß betrachtet. Die positive Seite: wir waren im Programm der bayerischen Klimawoche 2012, wir waren im Rahmenprogramm zum Friedensfest 2013 unter dem Motto „Protest“. Zahlreiche ADFC-Mitglieder bis hin zum Landesvorstand sind bereits bei uns mitgefahren. Ebenso der Augsburger Fahrradbeauftragte Thomas Hertha.

Auf der anderen Seite erlebte die Critical Mass mehrfach Repressionen durch einzelne  Augsburger Polizeibeamte und -beamtinnen:

  • 2011 wurden Mitfahrer*innen angezeigt wegen einem angeblichen Rotlichtverstoß trotz Fahrens im „Verband“ (alle dürfen geschlossen die Kreuzung passieren). Die Anzeigen wurden nachträglich fallengelassen, als sich die übereifrige Polizistin genauer informiert hatte. Sie wurde polizeiintern gerügt.
  • 2012 stoppte ein Polizist die Critical Mass und bezeichnet sie als lächerliche Veranstaltung. Er war privat unterwegs und fühlte sich durch die CM gestört. Er gab sich als Polizist zu erkennen und versuchte dadurch seine Position zu erhöhen.
  • 2013 fuhr ein Augsburger Fahrradpolizist in Zivil mit. Er hatte den Auftrag, sich die CM einmal anzusehen und einen Bericht für seinen Vorgesetzten zu schreiben. Der Polizist hat keine Verstöße gerügt und uns gegenüber keine Kritik an der CM geäußert. Wir sind trotzdem gegen polizeiliche Begleitung und wollen nicht unter Dauerbeobachtung stehen.
  • 2014 versuchte ein Motorradpolizist die CM als Demonstration zu deklarieren und drohte (erfolglos) mit Auflösung der Gruppe, weil wir „den Verkehr behindern“ würden. Er ist als „harter Hund“ bekannt und wird polizeiintern dafür kritisiert. Man ersehnt seinen baldigen Ruhestand.

Die polizeilichen Aktionen zeigen keine konzertierten Charakter. Die Polizeiführung kennt die Critical Mass und akzeptiert sie bisher. Wir wollen und fordern, dass das auch so bleibt. Wir haben eine Freundschaft mit dem ADFC, wir werden unterstützt durch die Bikekitchen Augsburg. In anderen Städten hat die CM bereits deutlich mehr Mitfahrer*innen, in Hamburg bis zu 3.000 Personen. In München gibt es jährlich eine Radlnacht mit bis zu 8.000 Teilnehmer*innen.

Wir sind die Critical Mass bereits über 50 mal gefahren. Wir werden auch in Zukunft für eine sichtbare Fahrradkultur auf die Straße „fahren“. Wir werden größer werden. Wir fordern die Akzeptanz der Polizei und aller anderen Verkehrsteilnehmer_innen.

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Ein Gedanke zu „Die Stadt gehört uns allen! DEMO am 3. Mai

  1. Martin Wohlauer

    »Die vielen Parkplätze und Parkhäuser, die breiten Straßen und Kreuzungen nehmen den Menschen wertvollen Lebensraum weg.«
    Ich würde es anders formulieren: Eine Stadt lebt von ihren Plätzen und breiten Straßen (nicht aber von ihren Parkhäusern, eher anders rum). Das ist ja gerade die Entfaltung, die durch den KFZ-Verkehr erfolgreich unterbunden wird. Wo kann man denn den vielen Platz in der Innenstadt nutzen? Ich war erst vor kurzem in Dresden und dort gibt es teils (im Vergleich zu Augsburg) riesige Plätze, die durchaus auch von Autos befahren werden dürften. Aber die Verkehrsstärken sind im homöopathischen Bereich. Da lebt sichs echt angenehm, unter solchen Umständen. Also nix gegen breite Straßen – aber gegen diese allumfassende Vormachtstellung von lauten, umweltverschmutzenden und gefährlichen Unnötigkeiten.

    P. S.: Ich finds immer noch unlustig, auf jemandem rum zu dreschen, der nicht freiwillig mit Polizeiauftrag auf der CM mit fuhr, sondern von seinen Vorgesetzten damit »beglückt« wurde. Ich weiß aus dem persönlichen Gespräch, dass er den Umstand selbst scheiße findet, dass man ihm von allen Seiten her nur das Polizistsein unter die Nase reibt, obwohl er eigentlich für die Sache mit fahren würde, nicht um irgendjemandem eine Schnur zu drehen.

    Antwort

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