Wir demonstrieren am 3. Mai

Am 3. Mai startet in Augsburg die erste “Freiraum”-Demo, für eine bessere städtische Unterstützung von selbstverwalteten und in Eigeninitiative geführten Projekten, Gruppen und Initiativen. Mit dabei sind:

– razed e.v. skateboarding- and bmx-club augsburg
– selbstverwalteter Infoladen “Ganze Bäckerei”
– Bikekitchen Augsburg, Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt
– Critical Mass Augsburg, kreative Fahrradprotestfahrt
– Ballonfabrik , selbstverwaltetes Kulturzentrum
– OpenLab Augsburg “Ein Raum für Deine Ideen”

Die „Critical Mass” stellt als kreative Fahrradprotestfahrt die Ausrichtung der Städte auf den Autoverkehr in Frage. Die Straßen und Parkplätze nehmen den Menschen wertvollen Lebensraum weg. Fahrradfahrer_innen sind keine Verkehrsteilnehmer_innen zweiter Klasse und gehören nicht an den Straßenrand gedrängt!

Wir wollen, dass mehr Menschen Fahrrad fahren und damit eine höhere, positive öffentliche Wahrnehmung in der Stadt haben. Wir fordern mehr Freiraum für Fahrradfahrer_innen.

demo flyer critical mass

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Der erste durchgefahrene CM-Winter

critical mass augsburg juni

Die Critical Mass gibt es schon seit 5 Jahren in Augsburg. Der Winter 2013/14 ist der erste Winter, in dem alle Fahrten stattgefunden haben. In den Vorjahren scheiterte das manchmal in den kalten Monaten wegen zu wenig Teilnehmer*innen (16 müssen es sein).

Im Januar waren es 20-25 Mitfahrer*innen. Ein Teilnehmer hat die gefahrene Route per GPS aufgezeichnet: http://arnowelzel.de/tools/gpxview/?track=cm-augsburg-2014-01. Das ist eine recht typische Tour. Im Sommer fahren wir noch länger, da kriecht die Kälte nicht in die Knochen.

Eines hat sich im Januar wieder gezeigt: einige Autofahrer haben recht blöd (z.B. trotz Gegenverkehr) überholt. Eine kleine Gruppe ist tendenziell gefährdeter, als ’ne große… . Genau da setzt das Prinzip der Critical Mass an: je mehr Fahrradfahrer*innen zusammen fahren, desto sicherer ist es für den Einzelnen. Ab 30 Leuten merkt man das deutlich, ab 50 Leuten überholt niemand mehr, weil der Verband zu lang ist. Dann kann jeder von uns in Ruhe radeln, vorne und in der Mitte sowieso, aber auch am Schluss. Im Sommer bei über 100 Mitfahrer*innen ist die Gaudi am größten.

Unser Ziel für 2014 ist es, jedes Mal so viel Menschen zur Mitfahrt zu motivieren, dass jede Fahrt entspannt und gemütlich wird.

Die nächste Fahrt: Freitag 28. Februar, 18.00 Uhr Treffpunkt Rathausplatz Augsburg

Kommt zahlreich, es wird laut 16-Tage-Prognose frühlingshaft werden …

50. Augsburger Critical Mass*

* Die November-Critical Mass 2013 könnte die 50. Fahrt sein, denn nach Ostern 2009 startete die erste Critical Mass. Seitdem findet die CM  kontinuierlich statt, nur in wenigen Wintermonaten kamen nicht genug Mitfahrer*innen zusammen.

Letztlich ist die genaue Zahl egal, denn in 2013 war die Augsburger Critical Mass so beliebt wie nie zuvor, und das zählt.

Teilnehmerzahlen aus anderen Städten

In einem sehr guten, längeren und bebilderten Beitrag zur Hamburger Critical Mass auf  http://hamburgize.blogspot.de werden folgende Zahlen genannt:

„In Köln waren es im August um die dreihundert Radler, in Stuttgart (dort wird der Fahrtverlauf vorher angekündigt – ist das eine Critical Mass?) neunzig, in Bremen waren es achtzig, in Düsseldorf siebzig, in Wuppertal dreißig, in München fünfundzwanzig, im Juli hatte es in Nürnberg dreihundert bis vierhundert Teilnehmende.“

Über die September-Critical Mass

Am Freitag waren wir ca. 45 Radler*innen und eine Rikscha von Bio-Taxi-Augsburg, die zusammen durch Augsburg gefahren sind. Im Gegensatz zur CM Ende August (während der Ferienzeit) war die Stadt diesmal voll von Autos und Straßenbahnen. Die Fahrt war deswegen etwas unruhiger, die Menschen gereizter. Es kommt aber auch viel zusammen: die Sonder-Straßenbahnen zum FCA-Heimspiel, die Enge durch die Baustellen, der ganz normale Feierabendwahnsinn, die einbrechende Dunkelheit.

Zwei Aspekte sind besonders nennenswert:

  • diesmal sind auch einige Kinder mitgefahren, auf eigenen Rädern und im Kinderanhänger. Das gab es früher schon vereinzelt. Diesmal waren es mehrere zugleich. Das Schöne: im Inneren der Gruppe können sie sich geschützt bewegen, auch auf Straßen, die ansonsten zu gefährlich wären. Augsburg ist in diesem Zusammenhang für Kinder in der Innenstadt (noch) nicht lebenswert. Weder würde ich empfehlen, sie alleine fahren zu lassen, noch sind sie in Begleitung Erwachsener wirklich entspannt unterwegs und dürfen sich risikolos einen Schlenker erlauben.
  • Unter den ca. 45 Radler*innen waren mindestens 10 ADFC-Aktive. Die Bandbreite beim ADFC ist groß. Unter den Aktiven gibt es nicht nur Tourenradler und  Verkehrspolitiker, sondern auch Fahrradaktivisten, Fahrrad-Kultur-Begeisterte und Familien.

Die Bilder der Fahrt stammen von Jürgen, vielen Dank dafür!

Critical Mass meets ADFC Augsburg

critical-mass-augsburg-adfc

Der Kreisverband Augsburg des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) steht der Augsburger Critical Mass bisher kritisch gegenüber. Vor etwa zwei Jahren sind ADFC-Vorstandsmitglieder bei einer Critical Mass mitgefahren und haben moniert, dass nicht in Zweierreihen gefahren wird, wie es die StVO vorschreibt.

Nun ist die Augsburger Critical Mass größer geworden und hat sich verändert. Sie hatte im Juli durch die Aufnahme ins Rahmenprogramm zum Augsburger Friedenfest 2013 erstmals über 100 Mitfahrer, im Folgemonat 70 kritische Radfahrer. Schon lange fahren auch ADFC-Aktive und -Mitglieder bei der CM mit, ohne jedoch für den ADFC in Erscheinung zu treten (Mitwirkende an der AG Verkehr, Bikekitchen-Aktive, langjährige Mitglieder).

Der bayerische Landesvorsitzende des ADFC, Armin Falkenhein, wünscht sich nun eine stärkere Verknüpfung des ADFC Augsburg mit der Critical Mass. Wichtig für den ADFC ist der Kontakt zur neuen, jüngeren Generation der Fahrradfahrer, damit der 1979 gegründete ADFC kein „Ein-Generationen-Projekt“ bleibt. In anderen Critical-Mass-Städten ist die Verbindung CM+ADFC längst etabliert.

Die Critical Mass freut sich darüber. Das Konzept des „geschlossenen Verbandes“ wird inzwischen auch bei ADFC-Ausfahrten erfolgreich angewandt. Dabei ist es nicht wichtig und auch nicht immer zu schaffen, streng in Zweierreihen zu fahren. Man möchte zwischendurch den Gesprächspartner wechseln und dazu überholen, an Ampeln schiebt sich die Gruppe zusammen. Wichtig ist, dass der Gegenverkehr und eine ggf. vorhandene zweite Spur nicht gestört werden.

Unser Ziel ist es, interessierte ADFC-Mitglieder für die Critical Mass zu gewinnen. Und umgekehrt finden auf diesem Weg vielleicht CM-Aktive den Weg zum Augsburger ADFC. Es tut sich gerade etwas beim ADFC, es ist frischer Rückenwind erlebbar. Der neue Blog des ADFC zeigt den Weg. Ein Baustein darin: mit kreativen Aktionsformen neue Zielgruppen ansprechen: http://adfc-augsburg-blog.de/adfc-reloaded/